GanslWochen mit Waldviertler Weidegans

20.10.2021 - 20.11.2021

Der Hl. Martin und sein Federvieh?

Im Grunde hat der Hl. Martin nichts oder sehr wenig mit dem Ganzen zu tun. Eine Legende besagt, er ließ Gänse in Massen schlachten, weil diese sein Mönchsleben gestört hätten. Eher unwahrscheinlich.

 

Viel wahrscheinlicher ist da ein heidnischer Brauch!

Die Kelten hielten sich Gänse. Die wachsamen und als wetterfühlig bekannten Gänse dienten als „Wachhunde“. Im Herbst schlachteten die Kelten – bis auf ein Zuchtpaar – die gesamte Herde. Dies geschah aus rituellen Gründen immer an dem Tag, an dem das Sternbild der Plejaden an das nächtliche Firmament zurückkehrte, dem 11. November. Der St. Martinstag war demnach eine Art heidnisches Erntedankfest.

 

Der daraus entstandene volkstümliche Brauch

Am St. Martinstag, dem 11.11. begann das neue Wirtschaftsjahr der Bauern. An das Gesinde wurden die Löhne bezahlt, Pachtverträge abgeschlossen und Steuern abgeführt. Ebenso wurde das Vieh (vorzugsweise Gänse) geschlachtet, da es aus Kostengründen nicht den ganzen Winter hindurch gefüttert werden konnte. Daraus ergab sich der Brauch vor der Fastenzeit im Advent, Gänse zu verspeisen.